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Lebensalter und Leistungsfähigkeit im Laufen

Zu diesem Thema möchte ich gerne eine sehr interessante Studie (web.dshs-koeln.de) vorstellen, welche in dieser Art einzigartig ist und bisher sehr überraschende Ergebnisse hervorgebracht hat.

Seit 2005 läuft unter der Leitung von Prof.Leyk von der Deutschen Sporthochschule Köln die sog. PACE- Studie (Performance, Age, Competition, Exercise ). Ziel der Studie ist es, Zusammenhänge zwischen Trainingsgewohnheiten, Motivation zum Sporttreiben, Lebensstilfaktoren und die körperliche Leistungsfähigkeit zu erfassen. Dazu werden einerseits gezielt sportlich aktive Gruppen (z.B. Läufer, Walker, Radsportler, Schwimmer, Turner, Krafttrainiernde) und andererseits körperlich arbeitende (z.B. Handwerker) und nicht körperlich arbeitende (z.B. Belegschaften von Behörden) Erwerbstätige untersucht.

Im Rahmen dieser Studie wurden bisher 552528 Marathon- und 374425 Halbmarathon-laufzeiten von 20 -79 -jährigen Langstreckenläufern analysiert. 13000 Läufer konnten seitens der Alltagsgewohnheiten, Gesundheit, Arbeit, Motivation, und zum Training befragt werden. Der Marathon und Halbmarathon ist sportwissenschaftlich ein ideales Untersuchungsmodell, da sie aufgrund ihrer Länge und körperlichen Belastung, im Gegensatz zu kürzeren Distanzen (5 oder 10 km), üblicherweise ein längeren Trainingszeitraum und die Ausgestaltung der Freizeit auf den Sport bedingen.

Nun hier zu den Ergebnissen:

  • Signifikante altersbezogene Leistungseinbußen treten sowohl bei Frauen als auch bei den Männern erst in den Gruppen der über 54-jährigen auf. Hierbei fallen die Leistungseinbußen gering aus. Ein beachtlicher Anteil der Senioren ist sogar schneller als die meisten jüngeren Marathon- und Halbmarathonläufer. 25% der 65- bis 69-jährigen kommt eher ins Ziel als etwa die Hälfte der 20-54-Jährigen !
  • Seitens der Motivation finden sich ebenfalls überraschende Ergebnisse: Gründe wie „Gesundheit“ (54.2 %) bekommen mit zunehmenden Alter zwar eine größere Bedeutung, werden aber im Vergleich zu den Motivatoren der eigenen Leistungsfähigkeit (83.2 %), Stressabbau (76.5 %) und Spaß am Sport (73.3 %) deutlich weniger genannt. Zahlreiche Gesundheitsinitiativen und Präventionskampangnen sollte man daher seitens der Ausrichtung nochmals kritisch überprüfen.
  • Die Vorstellung, dass eine hohe Leistungsfähigkeit im Alter nur durch umfangreicheres Training erzielbar ist, wird durch die Studie widerlegt. 20-70-Jährige unterscheiden sich nicht hinsichtlich der relevanten Trainingsparameter, wie Anzahl der Trainingseinheiten, Intensität und Umfang.
  • Läuferinnen haben deutlich niedrigere BMI-Werte als Läufer ( 21.7 bzw. 23.7)
  • Die Raucherquote bei den Läufern liegt immerhin noch bei 6.2 %. Als ehemalige Raucher bezeichnen sich 23.3 %. Geschlechtsspezifische Unterschiede liegen nicht vor.
  • 91.8 % der Läufer weisen kein kardiovaskuläres Risiko auf. Geschlechtsspezifische Unterschiede konnten auch hier nicht gefunden werden.
  • Seitens der beruflichen Tätigkeit kommt der überwiegende Anteil der Langstreckenläufer aus dem Dienstleistungsbereich und übt eine zumindest überwiegend sitzende Tätigkeit aus. Nur vereinzelt gehen Läufer, Berufen mit höheren körperlichen Anforderungen, nach.